Ninja Gaiden Black - Xbox Classic
Im Frühjahr 2004 kam, für die XBox, Ninja Gaiden nach Europa. Von der Fachpresse gelobt, war es ein beeindruckendes Beispiel wozu die Microsoft-Konsole im Stande ist zu leisten. Vielen Spielern ist das Spiel allerdings für seinen fordernden Schwierigkeitsgrad in Erinnerung. Ninja Gaiden verfügte zudem über ein Online-Feature mit dem man neuen Content via XBox-Live downloaden konnte. Diese Inhalte, das Hurricane Pack 1 & 2, erweitertet das Hauptspiel um diverse Dinge wie, neue Waffen, einen noch höheren Schwierigkeitsgrad und eine neue Minikampagne. Schön für die Leute mit XBox-Live, schlecht für die, die keinen Zugang haben, wie ich.
Daher hat sich Team-Ninja entschlossen die ganzen neuen Features zusammen mit noch mehr Zeug in eine verbesserte Version der Original-Spiels zu packen. Und so kam es, dass Ninja Gaiden Black im Herbst 2005 in die Regale kam.
Worum geht es?
Fürs Erste, um was geht es in Ninja Gaiden Black. Man spielt als Ryu Hayabusa (bekannt aus der Dead or Alive -Serie), einen jungen Ninja, der auf einen Feldzug gegen das vigurische Imperium ist. Auslöser des ganzen Übels war das Entwenden eines mächtigen Schwertes, welches in seinem Dorf bewacht wurde. Nebenher werden gleich noch alle Bewohner samt dem ganzen Dorf niedergemacht. Also macht sich Ryu, als einziger Überlebender, auf das Schwert wieder zurückzuholen und gleichzeitig Rache an den Mördern zu üben.
Soviel dazu, wie man sieht ist die Hintergrundstory alles andere als oscarverdächtig. Sie verkommt im Laufe des Spiels eh zu nettem Beiwerk. Aber im Vergleich zu anderen Produkten von Team Ninja ist die Storyline sogar aufs erste mal verständlich.
Die Technik
Grafik:
Kurz gesagt die Grafik ist vom heutigen Standpunkt aus immer noch eine Wucht. Rendersequenzen wie auch In-Game-Sequenzen strotzen immer noch mit bestechender Qualität. Dies merkt man nicht nur an den Charakteren, sowohl den guten als auch den bösen, sondern auch am Detailgrad der gesamten Umgebung. Vor allem die weiblichen Charaktere, Menschen wie Monster, stechen natürlich auch wieder durch ihre besonderen Vorzüge hervor. Es wäre ja kein Team-Ninja Spiel, wenn es nicht so wäre. Und das Ganze läuft dann auch noch zu allen Situationen flüssig ab. Ein Kratzer in der Technik gibt es allerdings dann doch, die Kamera. Es kommt in manchen Situationen zu echten Übersichtsproblemen. Da die Kamera sich immer auf die nächsten Gegner richtet, sind dafür viele andere Gegner nicht im Bild. Bei schlechter Defensivtechnik führt das im Verlauf des Spieles zu viel Energieverlust. Im Großteil aber erfüllt die Kamera ihren Zweck. Zumal man die Kamera jetzt in Ninja Gaiden Black manuell justiert werden kann.
Sound:
Der Sound geht voll in Ordnung, meiste Zeit Hält es sich dezent im Hintergrund, um dann während den Kämpfen voll aufzudrehen. Der Stil orientiert sich streckenweise an asiatischen Klängen mit einer großen Portion Rock. Isgesamt ist die Musik sehr gut auf die Atmosphäre der einzelnen Levels abgestimmtö. Die Soundeffekte gehen auch voll in Ordnung. Pistolenschüsse hören sich so an wie sie sollen und "geschnittenes Fleisch" macht den Ton, wie man ihn aus diversen Animestreifen kennt.
KI:
Diese macht es dem Spieler alles andere als einfach. Die KI verhält sich äußerst intelligent. Gegnergruppen umkreisen Ryu, greifen gleichzeitig an oder traktieren Ryu mit Pistolen, Granaten, Magiebällen und ähnlichem.(Tank.jpg) Permanente Blockernaturen werden durch Blockbreaker-Angriffe und Würfe ausgehebelt. Die KI nutzt ihre Möglichkeiten dem Spieler das Leben schwer zu machen, selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad, aufs Beste.
Das Gameplay
Kommen wir zum Gameplay. Eins aber vorweg: Alle die Ninja Gaiden wegen seines Schwierigkeitsgrades gescheut und/oder verflucht haben, werden sich nicht wirklich freuen. Das Spiel ist nicht leichter geworden, obwohl es jetzt auch einen leichten Schwierigkeitsgrad gibt.
Das Gameplay an sich hält sich an die gängigen Action-Adventure Regeln. Man läuft durch eine zusammenhängende Welt, sucht diverse Schlüssel und andere Gegenstände und so weiter und so fort. Der Hauptaugenmerk bei Ninja Gaiden liegt eindeutig auf dem Kampfsystem. Inspiriert von Beat-em-Ups gibt sich das Kampfsystem sehr flexibel und dynamisch. Jeweils ein Knopf für den leichten und starken Schlag, ein Button zum Springen, einer für die 2.Waffe und einer zum Blocken, damit hat es sich auch schon. Zusammen mit einer großen Auswahl an Argumentationsverstärkern hat man genug Power um den Gegnern Paroli bieten zu können. Vom "einfachen" Katana über eine Streitaxt bis hin zu Rauchbomben ist so ziemlich alles an Waffentechnik vertreten, was sich ein Ninja wünschen kann. Jede Hauptwaffe lässt sich zudem beim Händler aufrüsten und so ihre Durchschlagskraft und ihre Movelist aufwerten.
Ninja Gaiden Black hat insgesamt 5 Schwierigkeitsstufen, wobei "Very Hard" und "Ninja Master"(Stufen 4 & 5) erst freigeschaltet werden muss und "Ninja Dog", ähnlich wie bei Devil May Cry, erst durch mehrmaliges Ableben anwählbar wird. Die Auswirkung im "Ninja Dog" halten sich aber in Grenzen, man bekommt "nur" mehr kostenlose Heilmittel und Armbänder, die die offensiven und defensiven Eigenschaften von Ryu steigern. Das witzige bei den Schwierigkeitsstufen ist allerdings, dass je nach gewähltem Härtegrad sich der Spielablauf verändert. Es werden die Gegner nicht nur stärker und kommen in größeren Gruppen, sie werden gleich durch neue Gegnertypen, die sich auch graphisch von einander unterscheiden, ersetzt. Auch der Inhalt von Schatztruhen wird verändert, es sind dann auch mal Nieten zu finden. Endgegner treten nicht mehr alleine auf, sondern im Verband mit normalen Gegnern. Das sind nur ein paar Beispiele für die Veränderungen.
Als großes neues Feature ist der Mission-Modus zu erwähnen. Dieser reduziert Ninja Gaiden auf die Quintessenz: Die Action. Der Mission-Modus wird nach einmaligem Durchspielen des Hauptspiels freigeschaltet. Er enthält insgesamt 50 einzelne Missionen, die man nach und nach freischaltet. Man kämpft gegen 100 Gegner am Stück, tritt den Mittel- und Endgegnern aus dem Hauptspiel noch einmal gegenüber usw..(Mission_Mode.jpg) In den späteren Missionen trifft man dann auch auf andere Missionstypen, zwei Endgegner gleichzeitig niedermetzeln, Rachel vor dem Tod durch Zombiebogenschützen bewahren oder gegen Doppelgänger von Ryu antreten. Man trifft auch auf Gegner die man im normalen Spielverlauf überhaupt nicht zu Gesicht bekommen hat. Die letzten 5 Missionen bilden die Minikampagne aus den Hurricane Pack 2.
Es ist auch ein Score-System in Ninja Gaiden Black vorhanden. Je nachdem wie schnell man ist, wie lang die Kombos sind und wie viele Gegner über den Jordan gehen, bekommt man Punkte, hier Karma genannt, gutgeschrieben. Mit dabei ist auch wieder das Online-Ranking aus Ninja Gaiden.
Fazit:
Was soll ich nun sagen, die Lernkurve von Ninja Gaiden Black ist sehr steil. Blindes Draufhauen endet spätestens beim ersten Endgegner mit dem Game Over-Screen. Der Ninja Dog-Schwierigkeitsgrad ändert da leider nur wenig. Hat man aber erst den Dreh raus, dann entfaltet Ninja Gaiden Black sein volles Potenzial. Denn unmöglich gibt es bei diesem Spiel nicht. Wenn etwas nicht klappt, dann liegt es so gut wie immer an dem der hinterm Pad sitzt.
Für die Langzeitmotivation ist auch gesorgt. Motvation genug ist eigentlich schon das Gefühl nach einigen Anläufen eine Mission endlich zu schaffen und dem letzten Gegner endlich die letzte Ruhe zu verschaffen. Für die Leute denen das nicht reicht, man kann diverse Kostüme und einen Trailer zu Dead or Alive 4 freispielen. Als Bonus ist die original Arcade-Version von Ninja Gaiden aus dem Jahr 1989 enthalten. Diese muss aber auch freigespielt werden.(NG_Arcade.jpg) Leider sind dafür die drei NES Ninja Gaiden aus dem Vorgänger rausgeflogen. Aber die größte Motivation übt wohl das Score-System aus, ähnlich wie bei Shootern versucht man für das Hauptspiel und die Missionen immer bessere Scores aufzustellen und diese dann Online zu "präsentieren".
Das Kampfsystem, trotz seiner Schlichtheit, ist extrem vielschichtig. Um gegen die Gegnerschar zu bestehen ist ein gutes Verhältnis von Offensive und Defensive gefragt. Mit ein bisschen Übung bekommt man Aktionen hin, die aus Eastern-Filme stammen könnten.
Man läuft auf einen Gegner zu, springt von ihm ab an die Wand, um von der dann dem Gegner mit voller Wucht eins auf die Zwölf zu geben. Danach hechtet man gleich zu nächsten Gegner, um ihn zu packen und an die nächste Wand zu schmeißen.
Very impressive!! Der Demo-Film im Titelbildschirm vermittelt einem ein sehr gutes Bild von dem was einen erwartet bzw. wie man spielen kann und auch sollte.
Der Mission-Modus stellt hierbei das Sahnehäubchen dar. Ohne die ganzen akrobatischen "Spielereien" sieht man hier kein Land, v.a. in den höheren Schwierigkeitsgraden. Trotzdem sind die Missionen sehr gut ausgeklügelt. Auch wenn es gegen Ende schon ein gutes Nervenkostüm benötigt, so oft wie man Game-Over Srceen zu sehen bekommt.
Aber wie sagte Ayane schon:
"For a Ninja death is simply a fact of life.
You must remain steadfast even when staring death in the face."
Pro:
- Auch heute noch bestechende Grafik
- "Easy to learn, hard to master" Gameplay
- Mission-Mode
- Ninja Gaiden Arcade
Contra:
- Übersichtsprobleme
- hoher Schwierigkeitsgrad
- "nur" eine verbesserte Version des Originals
Facts:
- 1 Spieler
- Dolby Digital-Support
- HDTV 480p
- Online-Ranking